NEWS & DATES

neuerscheinungen & veranstaltungen

andreas feith

dance of the scarabs

andreas feith [p & synth]

lutz häfner [t & s sax]

martin gjakonovski [bass]

silvio morger [dr]

v.ö.: 09. dezember 2022

enja [edel]

mit dem zweiten album seines quartetts positioniert sich der vielseitige und umtriebige pianist andreas feith in der aktuellen jazzszene als visionärer und wohltuend melodischer instrumentalvirtuose. in acht eigenkompositionen präsentiert er ein breit gefächertes spektrum an zeitgenössischem modern jazz, der vor funkensprühender erzählkraft und beherzt zupackender spielenergie nur so strotzt.

franco ambrosetti

nora

franco ambrosetti [tr / flglh]

john scofield [guit]

uri cane [p]

scott colley [b]

peter erskine [dr]

sara caswell [viol, cm]

alan broadbent [arr, con]

v.ö.: 11. november 2022

enja [edel]

charlie parker hat es getan, clifford brown hat es getan und nun auch er: der grandseigneur des schweizer jazz franco ambrosetti hat ein album mit streichern eingespielt. der 80-jährige lud im februar dieses jahres seine bewährte all star band und ein 22-köpfiges streicherensemble ins new yorker sear sound studio ein, nicht um ein sanft umflortes alterswerk zu schaffen, sondern vielmehr um seinem hochkultivierten ton und seiner charakteristischen phrasierungskunst in speziellen arrangements eine neue, die essenz seiner éducation musicale ausstellende bühne zu bieten.

julie campiche quartet

you matter

leo fumagalli [sax]

julie campiche [harp]

manu hagmann [bass]

clemens kuratle [dr]

v.ö.: 04. november 2022

enja [edel]

das julie campiche quartet ist zurück mit seinem zweiten album ‘you matter’. mitreissender avant-garde-jazz umhüllt von dem magischen, unerwarteten und bewegenden sound der harfe, die im zentrum der musik steht. in diesen dunklen und verstörenden zeiten sendet das album eine mitreissende und hoffnungsvolle botschaft rund um themen wie den klimawandel, die flüchtlingskrise, das patriarchat und die menschliche identität in die welt aus.

die musikalische sprache der experimentellen jazz-harfenistin, sängerin, komponistin, elektronischen produzentin und bandleaderin julie campiche ist das resultat ständiger musikalischer innovation und der auseinandersetzung mit der weltlage. die verbindung aus jazz, klassischer, elektronischer und avantgarde-experimente, durchsetzen ihre musik mit unmittelbarer zerbrechlichkeit. julie ist eine pionierin des harfenjazz, welche ihre ganz eigene vielfältige und authentische musik kreiert hat.

fischermanns orchestra

space friction

bodo maier, samuel blättler [tp]

lino blöchlinger [as]

sebastian strinning [ts]

simon petermann [tb, mus dir]

nik gross [bs]

samuel blatter [synth, voc]

dominic landolt [g]

urban lienert [eb]

reto eisenring [sn dr, dr]

thomas reist [b dr, dr, leader]

v.ö.: 04. november 2022

enja [edel]

im sommer dieses jahres ging das fischermanns orchestra auf eine sehr besondere tour. nicht auf die kommode art mit flightcase, maske und handgepäck, sondern the rough and rowdy way: die blue sky tour im juli umfasste clubgigs, große bühnen und straßenmusik – alle gemeinsam mit rucksack und raststättenverpflegung im tourbus. von luzern über rom südöstlich die balkanroute entlang bis budapest und über wien zurück nach münchen zum abschlussgig in der unterfahrt.

 

ein raum, den zu durchmessen, sicher nicht reibungslos zu machen ist, was sich im aktuellen album space friction äußerst produktiv niederschlägt. dabei sind die reibungen in diesem schweizer kollektiv schon der besetzung und konzeption nach positiv angelegt: einerseits der große bläsersatz mit pauke und snare nach art einer marching band direkt aus nola, dazu ein klassisches rocktrio mit stromgitarre und e-bass, gelegentlich bizarre gesangseinlagen sowie digitale und analoge störgeräusche. synkopenseligkeit trifft auf taktwechselwahn, eine kontra-chorische bläseraufstellung im call-and-response, zwischendurch waschechte bigband-patterns, garniert mit stilsicheren post-bop-improvisationen und erfrischend schwerelosen ausbrüchen ins freie. kompositionen und arrangements gehen potentiell auf alle beteiligten zurück. ein klangkosmos, aufgespannt zwischen zappa und sun ra, der sich beständig ausdehnt.

salzburg

jazz & the city

13.-16. oktober 2022

v.ö.: 28. oktober 2022

neuklang [in-akustik]

jazz & the city verwandelt die salzburger altstadt vom 13. bis 16. oktober 2022 in eine interaktive „spielwiese“ und wird die freunde zeitgenössischer improvisation auch dieses jahr wieder begeistern. vier tage lang wird salzburg zur internationalen jazz-metropole und damit magnet für künstler:innen und stadtbesucher:innen aus dem in- und ausland. seit 2016 hat die hamburgerin tina heine die künstlerische leitung übernommen. veranstaltet wird das beliebte publikumsfestival für jazz, improvisierte musik und angrenzende künste von der altstadt salzburg marketing gmbh.

the bottomline

forgotten stars

franzis lating [piano, voc, rhodes, synth, perc]

johannes elia nuß [dr, synth, dr-sequencer, perc]

v.ö.: 28. oktober 2022

neuklang [in-akustik]

es gibt eine neue dringlichkeit des erzählens. sie scheut große gesten nicht, weder pathos, noch universelle themen. denn die welt ist seltsam geworden, zerbrechlich und fordernd zugleich. sie will etwas vom menschen, seine ehrlichkeit vielleicht, seine verantwortung, womöglich visionen, die die gegenwart, nicht zukunft oder vergangenheit meinen. franzis lating singt von nähe und meint herausforderung, beklagt grenzen und vermisst gemeinsamkeit, beschwört kosmisches, mythologisches und denkt an irdisches und menschliches. ihre stimme gibt es her. man ahnt vorbilder aus soul, trip hop, urban jazz, braucht sie aber nicht, um zu verstehen, dass sie die aufgabe hat, an der emotion zu rütteln.

eva klesse quartett

songs against loneliness

evgeny ring [saxophon]

philip frischkorn [piano]

marc muellbauer [bass]

eva klesse [drums]

v.ö.: 21. oktober 2022

yellowbird/enja [edel]

die geschichte des eva klesse quartetts beginnt am 8. januar 2013, mit einem kleinen sessioneröffnungskonzert in leipzig. fast zehn jahre, vier alben, hunderte konzerte, tausende von tourkilometern einmal um die halbe welt und zahlreiche auszeichnungen (echo jazz, swr jazzpreis u.a.) später bringt die band nun ihr fünftes (jubiläums-) album heraus: songs against loneliness. in 13 neuen stücken beweist das quartett um evgeny ring, philip frischkorn, eva klesse und – 2021 neu dazugekommen – marc muellbauer abermals seine gabe, musikalisch geschichten zu erzählen, die sich – nicht nur, aber auch – mit den gegebenheiten und emotionen der pandemischen letzten zwei jahre befassen, mit sehnsucht, hoffnung, melancholie, aber auch mit heilung, resilienz und stärke.

rebecca trescher new shapes quartet

silent landscapes

rebecca trescher [clarinet, bass clarinet, composition]

philipp schiepek [guitar]

lukas keller [bass]

jan brill [drums]

v.ö.: 07. oktober 2022

yellowbird/enja [edel]

eine junge generation der deutschen jazz-szene geht voran, nimmt sich zurück, träumt sich davon und entfesselt entspannt. feinsinnigemusikalische einblicke eröffnen sich im spannungsfeld von komposition, improvisation und interpretation. rebecca trescher bewegt sich dabei kompositorisch zwischen fast schon sinfonischen texturen und erlaubt diesen doch eine intime flexibilität, die im zusammenspiel mit jan brill am Schlagzeug, bassist lukas keller und gitarrist philipp schiepek zum ausdruck kommt.

matthias bublath trio

orange sea

matthias bublath [piano]

christian lettner [drums]

peter cudek [bass]

v.ö.: 30. september 2022

enja [edel]

nach einem knappen jahrzehnt als freelancer in new york, diversen solo- und sideman-projekten, einem hammond-trio und seiner gefeierten wie prämierten eight cylinder bigband, füllt der münchner pianist matthias bublath nun die klassische syntax eines jazz-piano-trios mit vitalem vokabular. dabei spielt seine stilistische „éducation transatlantique“ keine unwesentliche rolle: von gospel bis latin und funk kann bublath diverse jazz-einflüsse durchbuchstabieren; doch mit dem neuen trio betreten wir auch einen popkulturell assoziativen hallraum.

internationales

jazzfestival saalfelden

von 18.-21. august 2022 findet das 42. jazzfestival saalfelden statt. es erwartet sie ein festival mit ca. 60 konzerten in der stadt, in wald und flur, musikalische wanderungen inmitten unserer schönen bergwelt und natürlich auch wieder einige überraschungen.

mit der hauptbühne und den short cuts – den herzstücken unseres festivals – kehren wir dieses jahr wieder mit jenen bühnen zurück, die ganz besonders internationalen formationen gewidmet sind. im vergangenen jahr wurde erstmals die otto-gruberhalle, eine leerstehende industriehalle aus den 1950er jahren, bespielt. Die otto-gruberhalle ist auch bei der diesjährigen ausgabe nicht mehr wegzudenken und wird zum ersten mal in das mainstage konzertticket integriert. die buchbinderei fuchs und die bühne im kollingwald werden wieder zum ort spontaner musikalischer begegnungen, der überdachte stadtpark sowie die abendkonzerte im nexus werden zum treffpunkt bei freiem eintritt. erstmals wird das brücklwirtshaus in saalfelden bespielt, ein altehrwürdiges gebäude, das erstmals um 1400 urkundlich erwähnt wurde. hier werden zwei impro sessions am samstag und am sonntag stattfinden.

cologne jazzweek

die cologne jazzweek geht in die zweite runde: 13. – 20. august 2022

mit der zweiten ausgabe der cologne jazzweek, vom 13.-20. august 2022, ist das festival auf sehr gutem weg ein fester bestandteil der internationalen jazzszene zu werden. bereits die premiere im letzten jahr zeigte eine umfassende bandbreite der regionalen, nationalen und internationalen jazzmusiker:innen, die auf verschiedenen bühnen in ganz köln unterschiedlichste facetten der improvisierten musik präsentierten. und auch in diesem jahr kooperieren unter dem dach der cologne jazzweek renommierte veranstaltungsstätten sowie kleinere auftrittsorte und werden zu schauplätzen für musikalische begegnungen, die als devise während festivalwoche eine besondere bedeutung einnehmen.

synesthetic4

ah wow ha

vincent pongrácz [klarinette, vocals]

peter rom [gitarre]

manuel mayr [bass]

andreas lettner [drums]

v.ö.: 24. juni 2022

jazzwerkstatt records [hoanzl]

für das erste album „pickedem“ gab es gleich den preis der deutschen schallplattenkritik, jetzt legt die formation synesthetic4 um vincent pongrácz und peter rom mit „ah wow ha“ ihr neues kreatives musikgefüge vor. eindeutig von der kompositorischen handschrift pongracz‘ geprägt, treffen hier hiphop elemente auf jazz, pop und funk, alles auf das wesentliche reduziert und mit einer ordentlichen portion humor gewürzt. die substanziellen bestandteile der 12 songs sind sowohl luftig-virtuose, mikrotonale melodien, die unisono von klarinette und der vielfältig verzerrten e-gitarre gespielt werden, als auch die progressiven schlagzeug-grooves aus ungeraden rhythmen, gepaart mit den dominanten, gesättigten klängen im bassregister.

florian hartz

try harder

florian hartz [bass]

jakob dinnebier [drums]

lukas langguth [keys]

torsten de winkel [guitar]

walter lang [piano]

matthias schriefl [trumpet]

claus kiesselbach [vibraphone]

lukas haber [trumpet]

david sanwald [s/t saxophone]

carl krämer [t/b saxophone]

jonas jung [trombone]

v.ö.: 25. märz 2022

qftf [galileo]

auf seinem letzten album zog der augsburger bassist florian hartz mit seinem trio hinaus in den wald, und fand ein üppiges biotop voller mächtig wuchernder fusiongrooves. nun aber steigen wir mit ihm introspektiv in eine ziemlich belastete innenwelt hinab. try harder! ist eine folge von shortstories oder kondensierten psychogrammen aus dem themenspektrum einsamkeit, leistungsdruck und depression.

ikarus

plasma

 

ramón oliveras [drums]

anna hirsch [voc]

andreas lareida [voc]

lucca fries [piano]

mo meyer [bass]

v.ö.: 25. februar 2022

ronin rhythm records [galileo]

plasma entstammt dem griechischen und wird als formbare substanz definiert. sterne sind daraus aufgebaut, aber auch bei einem blitzeinschlag entsteht plasma: materie in einem hochenergetischen zustand, bekannt als der vierte aggregatzustand. poetisch betrachtet steht das wort zudem für spezialeffekte der natur, die magische momente passieren lassen. momente wie die polarlichter am nördlichen himmelszelt oder summend flackernde schilder, welche die engen seitenstrassen in hongkong zieren. auf ihrem vierten album «plasma» widmen sich ikarus genau diesem phänomen und seinen facetten.

internationale

jazzwoche burghausen

22. – 27. märz 2022

von großen stars und ausgesuchten geheimtipps:

das programm der 51. internationalen jazzwoche burghausen vom

22.-27.03.2022 präsentiert die schillernden facetten des jazz!

 

vorverkaufs-start für alle konzerte am 1.12.2021!

 

schon der nachwuchs-jazzpreis als mittlerweile renommierter auftakt zur jazzwoche gibt eindrucksvolle einblicke in die vielseitigkeit des jazz. nachdem das finale in 2020 und auch 2021 wegen der coronabedingt abgesagten jazzwochen nicht stattfinden konnte, wurde für 2022 kein neuer nachwuchs-jazzpreis ausgeschrieben. stattdessen präsentieren die fünf bestehenden finalisten eine beeindruckende bandbreite des aktuellen europäischen jazz. wenn die gewinnerband am folgetag die 51. internationale jazzwoche dann offiziell eröffnet, fällt der startschuss, um die bühne in der wackerhalle zu einem musikalischen brückenschlag zwischen burghausen und der welt werden zu lassen. joy denalane hat eine ordentliche portion soul im gepäck, wilson de oliveira nimmt das publikum zusammen mit joe gallardo auf die reise nach lateinamerika, mit bill evans & the spy killers trifft soul auf jazz, funk auf groove und wolfgang haffner würzt alles mit einer gehörigen portion beat. der jazzwochen-freitag steht dann ganz im zeichen des tanzbaren: jungle by nightmixen hiphop, house und jazzige bläser, während leslie mandoki mit seinen soulmates weltbekannte jazzlegenden wie al di meola, till brönner, richard bona, tony carey, john helliwell, mike stern, randy brecker & max merseny um sich sammelt. […]

mark hold

anthropods

susanna gartmayer [bass clarinet]

jakob gnigler [tenor sax]

clemens sainitzer [cello]

irene kepl [violin]

mark holub [drums]

 

v.ö.: 23. januar 2022

discus music / proper / bertus

anthropods ist die neue formation des amerikanischen schlagzeugers und komponisten mark holub. holub, vornehmlich bekannt als bandleader der gefeierten und für den mercury prize nominierten led bib (www.ledbib.com), hat mit den anthropods sein erstes neues projekt als leader seit der gründung von led bib im jahr 2003 ins leben gerufen. obschon hier vieles von holubs charakteristischem led bib-stil anklingt, steckt das album voller kontraste. von idyllischer schönheit über dichte freie improvisationen, bis hin zu schweren grooves, zeigt es facetten der arbeit holubs deutlich jenseits des led bib-horizontes.

alexandra lehmler & matthias debus

tandem

alexandra lehmer [ssax, asax, bsax, bcl, fl, voc]

matthias debus [bass, voc]

v.ö.: 30. november 2021

neuklang [in akustik]

eine schwalbe macht noch keinen sommer, aber zwei exzellente instrumentalisten machen mitunter durchaus ein hervorragendes album: die mannheimer saxophonistin alexandra lehmler hat nach diversen trio-, quartett- und größeren besetzungen gemeinsam mit ihrem partner, dem bassisten matthias debus, ein pandemiekonformes duoalbum eingespielt, in dem auffällig viel geflügel herumflattert – vielleicht weil auch bei vogelflügeln derer meistens zwei, vielleicht auch weil das fliegen den meisten von uns in letzter zeit eher versagt war. nach dem opener, den besagten, jedoch französisch intonierten schwalben, tauchen immer mal wieder ein paar „schräge vögel“ auf, kleine freie intermezzi, mal als gut strukturiertes geräuschmanagement, dann wieder als kurz durchdeklinierte bop-progression. zentral steht ein choral, der in eine improvisation voller barocker verzierungsfloskeln ausfranst wie ein steinalter wandteppich (die seinerzeit ja auch gerne gefiedertes darstellten) – mit goldbrokat.

ulrich drechsler

chrome (part of liminal zone)

ulrich drechsler [bassclarinet, bassetthorn, clarinet, composition]

efe turumtay [violine]

simon schellnegger [viola]

ida leidl [cello]

peter zirbs [elektronics]

v.ö.: 28. oktober 2021

liminal zone records in kooperation mit enja records (w. aldinger) / edel

„alles ist klang und chrome ist klang pur“ – der klarinettist und komponist ulrich drechsler liebt es, nach neuen klängen zu suchen. jenes „material“, jener kleinste musikalische baustein, der das geheimnis in sich trägt, weshalb musik uns so emotional zu berühren vermag, uns unser leben lang begleitet und einfach zum menschsein dazugehört. mit chrome setzt der multi-stilist konsequent seine abenteuerreise ins herz der musik fort, zu der er 2020 mit dem hochgelobten geschwisterprojekt „caramel“ aufgebrochen ist. hier fließen ulrichs inspirationen aus neoklassizismus, ambient und filmmusik zusammen. in der 13-teiligen, fast zur gänze durchkomponierten suite „silence is my canvas“ manifestiert chrome diese idee eines neuen klangs, der aus der stille entsteht, sich allmählich aus feinen linien und rhythmen zu einem anmutigen, sanft changierenden organismus zusammenfügt.

yumi ito & szymon mika

ekual

yumi ito [vocals, whistling, composition, arrangement, lyrics]

szymon mika [guitar, ronroco, composition]

v.ö.: 28. oktober 2021

helvhetia records / membran [unit records]

was haben das videospiel «the legend of zelda: breath of the wild» und joni mitchells Album «hejira» gemeinsam? nun: sie nehmen ein eigentlich etabliertes genre, verknüpfen es gleichwertig mit neuen einflüssen und erschaffen ein zeitloses kunstwerk. gleichwertig ist das stichwort: auf ihrem album «ekual» schaffen yumi ito & szymon mika nämlich ein ebensolches phänomen. mit der vielfalt von stimme sowie saiteninstrumenten kreiert das polnisch-japanisch-schweizerische gesangs-gitarren-duo welten aus flageoletts, akkorden, gesangsmelodien und stimmimprovisationen. dabei drängt sich kein element in den vordergrund. stattdessen performen yumi ito & szymon mika auf einer ebene, wie geschwister im geiste. ihr stück «minha flor» beispielsweise thematisiert den geheimen garten als natürlichen rückzugsort in jeder und jedem von uns.

heiri känzig

travelin‘

matthieu michel [flgh]

veronika stalder [voc]

amine mraihi [oud]

lionel friedli [dr]

marc méan [p]

heiri känzig [b]

v.ö.: 19. oktober 2021

universal music

er ist in der tat – wörtlich wie übertragen – ein weitgereister: der schweizer bassist und komponist heiri känzig hat bereits als junger twen den be bop-trompeter art farmer begleitet, war jahrelang prägendes mitglied im vienna art orchestra und ist immer wieder sideman internationaler jazz-größen wie john scofield, kenny wheeler, daniel humair, ralph towner, franco ambrosetti oder charlie mariano.

 

es ist seine melodische gestaltungskraft, die ihn gerade als bassisten für die unterschiedlichsten formationen attraktiv macht, die aber auch zentrales charakteristikum seiner eigenen produktionen ist und die ihn mühelos von z.b. zentralasiatischen gebirgsketten zum schweizer volkslied und weiter zum argentinischen tango trägt.

jens düppe

the beat

jens düppe [drums, voice]

frederik köster [trumpet]

lars duppler [piano]

christian ramond [bass]

v.ö.: 24. september 2021

neuklang [in akustik]

das vom körper generierte und zugleich den körper transzendierende prinzip: the beat, der (herz)schlag, the drum, the drum, the drum…

 

dieses album ist mehr als ein konzeptalbum, es ist eine art manifest. einstieg mit spoken word zum puren schlagwerk. hier ist es programmatischer prolog. ein tractatus drumologico metaphysicus: „in the beginning there was…“ – das ist die genesis, hier wird es grundsätzlich. der beat beim aufwachen, der beat beim einschlafen und der herzschlag in der zeit dazwischen – ein synkopierter heartbeat durchzieht unterschwellig das ganze album als eine art leitmotiv. doch letztlich geht es um eine genese: wie aus dem beat ein rhythmus wird. ein rhythmus, in dem sich dasein vollzieht, ein rhythmus in dem musik geschieht

marc ribot – ceramic dog

hope

marc ribot [guitar]

shahzad ismaily [bass, keys, backing vocs]

ches smith [drums, percussion, electronics, backing vocs]

v.ö.: 25. juni 2021

enja / yellowbird [edel]

weil marc ribot und sein ceramic dog-trio seit monaten nicht mehr gespielt hatten, entschied der gitarrist im mai 2020: trübsal zu blasen, ist zu deprimierend. also beschlossen alle beteiligten, in ismailys figure 8 recording studio in brooklyn zu gehen, um das aufzunehmen, was zu hope werden sollte. „ursprünglich“, sagt ribot, „wollten wir es „better luck next time“ nennen, aber das fühlte sich… irgendwie unnötig an.“

théo ceccaldi trio

django

théo ceccaldi [violon]
guillaume aknine [guitar]
valentin ceccaldi [cello]

v.ö.: 09. april 2021

full rhizome [broken silence], brouhaha deux

schon klar: die referenzgröße ist django reinhardt, aber ein wenig darf man wohl auch den zigarillo kauenden rigorismus eines clint eastwood assoziieren, wenn man hört, mit welch kaltschnäuziger chuzpe hier jazztraditionen der späten 20er und frühen 30er jahre zwischen charleston und gypsy swing zerlegt und verwandelt werden.

arrangements, inspiriert durch kanonische kompositionen von django reinhardt, stéphane grappelli oder fats waller, dekonstruieren die vorbilder, ohne den originalen strukturen die erkennbarkeit zu nehmen. harmonic minor beherrscht den klangraum. mal stampft ein wechselbass durch eine wüste polka, mal swingt ein walking bass richtung unendlichkeit. die traditionellen elemente erfahren nach der segmentierung eine transformation einerseits in eine art von frei schwebendem ambient jazz, andererseits in krasse collagen, in denen atmosphärische klangflächen von energetischen punk-snippets konterkariert werden; da geht die gitarre auch gerne durch eine gründliche verzerrung.

darrifourcq, hermia, ceccaldi

kaiju eats cheeseburgers

sylvain darrifourq [drums, percussions, zither]
manuel hermia [tenor saxophone]
valentin ceccaldi [cello]

v.ö.: 09. april 2021

label bleu/ full rhizome [broken silence]

kaiju bezeichnet ein bekanntes japanisches filmgenre, in dem vorzugsweise mutierte monsterechsen eine zentrale rolle spielen. ebenso surreal und bizarr dimensioniert gibt sich das zweite album des franco-belgischen trios um den schlagzeuger sylvain darrifourcq. nur knapp über vierzig minuten kurz, fünf tracks, aber welch ein kosmos aus diversen parallelwelten tut sich hier auf.  

im titelgebenden opener drischt das cello von valentin ceccaldi ostinate powerchords in die tonspur, dass so manche metal-band ihre helle freude daran hätte. immer wieder säbelt er kurze thematische phrasen dazwischen als müsse irgendwas altes, verwachsenes dringend zerteilt und rückgebaut werden. das neue entsteht zeitgleich in den enorm druckvollen polyrhythmischen strukturen, die aus darrifourcqs drumset erwachsen, wie in einer art schöpfungschaos umwirbelt vom entfesselten, zuweilen mehrstimmig überblasenen tenorsax des manuel hermia.

roberto negro

papier ciseau

roberto negro [piano]
émile parisien [alto saxophone]
michele rabbia [drums]
valentin ceccaldi [cello]

v.ö.: 09. april 2021

full rhizome [broken silence]

was kinder halt so machen mit schere und papier: bunte blätter und bilder zerschneiden und die schnipsel dann entweder achtlos vom tisch fegen oder aber zu erstaunlich skurrilen gebilden neu verkleben. und ganz beiläufig steckt in diesem spiel ein nachhaltiger erkenntnis- und lernprozess. ich zerschneide meine welt und mach sie, wie sie mir gefällt.  

der piemonteser pianist roberto negro praktiziert auf seinem neuen album genau das: kinderspiele, jeux d‘enfants. und so geschieht der einstieg auch vollkommen unschuldig, naiv, irgendwo zwischen der indifferenten pentatonik claude debussys und erik saties ironischem minimalismus. aber dann bricht es auf, bricht sich bahn in der rotation eines irren karussells. es eskaliert immer wieder, wie auch kinderspiele zuweilen eskalieren. negro montiert seinen berg an schnipseln zu äußerst komplexen tableaux, die mal wie am reißbrett entworfen, dann wieder gänzlich einem free-jazz-spirit entsprungen scheinen. verfremdung durch elektronische effekte, collagierte samples, rhythmische entgrenzung – doch der wahnsinn hat methode; unkalkuliert ist hier nichts.

makiko hirabayashi

weavers

makiko hirabayashi [piano]
fredrik lundin [tenor/soprano saxophones]
thommy andersson [bass]
bjørn heebøll [drums/percussion]

v.ö.: 30. april 2021

enja / yellowbird [edel]

nach der maritimen offenheit des albums „where the sea breaks“ von 2018 in der trio-besetzung mit klavs hovman am bass und der legendären schlagwerkerin marilyn mazur, legt die japanische ausnahmepianistin makiko hirabayashi nun mit „weavers“ eine art erdgebundenes lockdown-album vor.  
makiko, die seit den 90ern in dänemark beheimatet ist, hatte 2019 für ein palästinensisches jazzfest in haifa zu einem neuen trio gefunden. mit thommy andersson am bass und dem auch gerne mal auf rock-bühnen anzutreffenden bjørn heebøll an den drums muss es, wie makiko selbst schreibt, in einer höhlenartigen spielstätte in haifa ein paar denkwürdig schweißtreibende sessions gegeben haben. dann kam anfang 2020 der erste pandemische lockdown und mit ihm ein neu-denken der musikalischen praxis. duette mit dem saxophonisten fredrik lundin reduzierten die sozialkontakte um ein gutes drittel.

johannes enders / rainer böhm duo

kokoro

johannes enders [saxophones]
rainer böhm [piano]

v.ö.: 28. mai 2021

enja / yellowbird [edel]

als optimistischen melancholiker beschreibt sich johannes enders, romantisch und gefühlvoll nennt er die im akustischen duo mit rainer böhm eingespielte musik. beide kennen sich lange, beide lehren heute als professoren ihrer instrumente, beide haben vor gut anderthalb jahrzehnten schon einmal im duo aufgenommen und sind sich seither immer wieder begegnet. saxofonist enders schätzt am pianisten böhm, dass er es trotz aller virtuosität nicht verlernt hat, dem gesamtbild zu dienen. er muss mit seinem instrument nicht die führung übernehmen, sondern kann auch dem anderen die richtung überlassen. „ich bin die melodie und er ist das orchester“, fasst johannes enders zusammen.

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